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Mittwoch, 01 Juni 2016 08:13 geschrieben von Norman Frischmuth
Publiziert in Multi-Projektmanagement

Multi-Projektmanagement und Projektkultur (Folge 26)

Was müssen wir tun, um die Akzeptanz für Projekte und Projektmanagement im eigenen Unternehmen positiv zu beeinflussen? Können wir überhaupt etwas dazu beitragen?

Bei der Einführung oder Professionalisierung von Multi-Projektmanagement trifft man nicht selten auch auf Abwehrreaktionen und diffuse Ängste. Diese müssen wir ernst nehmen und abschwächen.

Einen wesentlichen Anteil am Erfolg von Multi-Projektmanagement hat die Anerkennung der Projektmethodik und der Projektrollen im Unternehmen. Nimmt niemand Projektmanagement wirklich ernst, wirst Du den Reifegrad Deines Unternehmens hinsichtlich Multi-Projektmanagement nicht verbessern können.  

 

Der Begriff Kultur ergibt sich aus dem Lateinischen cultura, was so viel wie Pflege oder Ackerbau bedeutet. Nun im Grunde passen beide Deutungen auf Projekte, je nachdem wie anstrengend man sie empfindet. Man könnte also sagen, Kultur ist das, was der Mensch selbst gestaltet. Damit lässt sich der zweite wichtige Begriff – nämlich die Natur – gut abgrenzen. Natur, lateinisch natura, bedeutet so viel wie „das Entstehen“. Hierauf hat der Mensch im Gegensatz zur Kultur also keinen Einfluss. Beginnt der Mensch nun Einfluss auf die Natur zu nehmen, kultiviert er diese.

Stellt sich nur noch die Frage: „Was ist Natur, was Kultur“ im Projektmanagement?

Im Grunde pflegen wir im Rahmen des Projektmanagement unsere Projekte. Ob wir dies tun oder nicht, dennoch wird es immer Projekte geben. Damit wären Projekte natürliche Phänomen im Unternehmenskontext, die wir einfach geschehen lassen können und dabei zuschauen. Oder wir greifen gestalterisch ein und kultivieren diese. Dafür benötigen wir Spielraum – Handlungspielraum – vom Management. Wie drückte es Dietrich Boenhoeffer so treffend aus: „Kultur ist der Spielraum der Freiheit.“

Die Unternehmensführung muss diese Gestaltungsräume schaffen und wir müssen sie auch nutzen. Aber Vorsicht! Durch das Gestalten erzeugen wir Neues und drängen Altes zurück. Das erzeugt nicht nur Freude, sondern auch Ängste. Kultur verdrängt letztendlich auch. Entweder die naturbelassenen Bereiche im Unternehmen oder andere Projektkulturen. Dadurch kann dass, was als Innovationsmotor gedacht war, dazu führen, dass Projekte als Hemmnisse und Behinderung wahrgenommen werden. Keine sehr gute Ausgangssituation.

Wie überwinden wir diese, zumeist diffusen, Ängste vor dem Projektmanagement?

In dem wir die Natur des Projektmanagements so sehen, wie sie ist. Es gibt die schönen und faszinierenden Seiten. Aber auch die gefahrvollen Momente, die für ein Projekt durchaus tödlich enden können. Und dann gibt es wieder jene mystischen und hoffnungsvollen Phasen, die glücklich enden. Die Natur ist also nicht gut oder schlecht. Sie ist einfach, wie sie ist. Und das gilt auch für Projekte. Wir können dies beklagen und passive die Projekte beobachten. Oder wir akzeptieren diesen Umstand und beginnen die durchaus positiven Aspekte zu fördern und die negativen Seiten abzuschwächen.

Wir beginnen damit unsere Projektlandschaft zu kultivieren und das Unmögliche möglich machen. Projekte erfolgreich umzusetzen.

Gelesen 58 mal Letzte Änderung am Freitag, 07 Mai 2021 13:24
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