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Dienstag, 15 März 2016 07:46 geschrieben von Norman Frischmuth
Publiziert in Einzel-Projektmanagement

Netzplan und GANTT Diagramm

Den Projektablauf kann man mit einem Netzplan oder einem GANTT-Diagramm darstellen. Aber was genau ist das? Hier findest Du die Antwort.

 

Gantt-Diagramm und Netzplan – das sind die Unterschiede der Visualisierungstools

Kurzgefasst: In diesem Beitrag stellen wir euch Aufbau, Vor- und Nachteile der beiden meistgenutzten Möglichkeiten zur Darstellung eines Projektablaufes vor: Gantt-Diagramm und Netzplan.

Grundsätzlich dienen bewährte Tools wie das Gantt-Diagramm oder der Netzplan im Projektmanagement dazu, Projekte mit ihren Aktivitäten und Zeitplänen besser überblicken zu können. Dabei eignen sich die zwei bewährten und wichtigsten Tools, das Gantt-Diagramm und der Netzplan, jeweils für verschiedene Situationen

Sorgt für Ordnung seit 1890 – das Gantt-Diagramm

Ein Gantt-Diagramm wird im Gegensatz zum Netzplan immer tabellarisch dargestellt. In der ersten Spalte der Tabelle findet ihr alle Aktivitäten des Projekts. Damit gilt: Es wird immer eine Aktivität pro Zeile dargestellt. Ganz oben bzw. unten – also entweder in der ersten oder letzten Zeile der Tabelle seht ihr die Zeitachse. Nun könnt ihr in jeder Zeile anhand der Balken ablesen, welche Dauer pro Aktivität vorgesehen ist. Daraus ergeben sich folgende Informationen:

  • Anfangs- und Endzeitpunkt jeder Projektaktivität, dargestellt durch den jeweiligen Balkenanfangs- und Endpunkt.
  • Abhängigkeiten zwischen zwei Aktivitäten: Liegen welche vor, dann bestimmt das Balkenende des Vorgängers die Position des Balkenanfangs der nachfolgenden Aktivität – und damit deren Starttermin.
  • Ein Überblick aller Meilensteine. Diese werden im Gantt Diagramm in der Regel in Form einer Raute dargestellt.
  • Eine übersichtliche Statusdarstellung aller Aktivitäten: Dazu markiert ihr einfach den aktuellen Tag oder einen gewünschten Termin mit einer Line, senkrecht zur Zeitachse. So seht ihr sofort, welche Aufgaben abgeschlossen sind (links von der Terminlinie), welche aktuell umgesetzt werden (von der Terminlinie durchzogen) und welche in der Zukunft – und damit rechts neben der Terminlinie liegen.

Damit das Gantt-Diagramm nicht unübersichtlich wird, könnt ihr es am besten für die Darstellung von Projekten mit einer mäßigen Zahl an Aufgaben einsetzen. Umfasst euer Projekt viele Aufgaben, habt ihr die Möglichkeit, die Aktivitäten zu Projektphasen zusammenzufassen. Solange diese etwas weniger detaillierte Darstellung euch noch die nötigen Informationen liefert, könnt ihr auch bei weitreichenden Projekten das Gantt-Diagramm zur Visualisierung nutzen.

 

Einfacher aber wirkungsvoll – der Netzplan

Im Gegensatz zum Gantt-Diagramm wird im Netzplan jede Projektaktivität als Viereck dargestellt. Die fachlichen Abhängigkeiten zweier Aktivitäten erkennt ihr als Linien zwischen diesen Vierecken.

Meilensteine werden in dieser Darstellung mit einem gekippten Quadrat gekennzeichnet.

Im Netzplan wird die fachliche Reihenfolge von Aktivitäten dargestellt. Die zeitlichen Aspekte spielen dabei nur eine kleine bis keine Rolle. Ob eine Aufgabe eher fertig ist bzw. fertig sein sollte als eine andere, ist dementsprechend nicht zu erkennen. Deshalb ergänzt man in der Regel neben dem Namen der Projektaktivität weitere Informationen innerhalb eines solchen Vierecks, wie z. B. Start- und Endtermin.

Somit eignet sich der Netzplan im Gegensatz zur tabellarischen Darstellung des Gantt-Diagramms eher für die Übersicht der logischen Beziehungen aller Aktivitäten eines Projekts.

Gelesen 3288 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 12 Mai 2021 13:55
Norman Frischmuth

Über den Autor

Norman Frischmuth

Nach der Berufsausbildung zum Industriekaufmann bei der AEG AG absolvierte Norman Frischmuth das Studium der Betriebswirtschaft mit dem Schwerpunkt Informationsmanagement. Seine Diplomarbeit mit dem Titel „Anreizsysteme für den innerbetrieblichen Wissensmarkt“ bildete die Grundlage für die spätere Entwicklung der webbasierten Projektmanagementlösung Blue Ant. Während und nach seinem Studium war Norman Frischmuth als Berater und später Projektleiter bei unterschiedlichen IT-Unternehmen tätig.

Gemeinsam mit Kollegen gründete er Ende 2001 die proventis GmbH und ist seit diesem Zeitpunkt geschäftsführender Gesellschafter. Kernprodukt der proventis GmbH ist die Multi-Projektmanagemensoftware Blue Ant. In dieser Zeit hat er bei über 100 MPM-Implementierungsprojekten in Deutschland, Österreich und Schweden mitgewirkt, seine Schwerpunkte sind dabei: Project Management Office-Integration und die Etablierung von Ressourcenmanagement in Unternehmen mit 500 - 5000 Mitarbeitern

Seit 2003 engagiert er sich zudem im Hochschul- und Universitätsbereich und unterstützt Seminare sowie eLearning- und Blended-Learning-Veranstaltungen unteranderem an der Humboldt Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin, der Hochschule für Technik und Wirtschaft und der Beth-Hochschule.

Im Rahmen seines ehrenamtlichen Engagements ist er seit 2009 Mitglied der Regionalleitung Berlin der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement (GPM).

Sein besonderes Engagement gilt der Vermittlung von Wissen und Erfahrungen im Rahmen von Seminaren, Vortragsreihen und der Beratung zum Thema praxisnahes Multi-Projektmanagement.

Seit 2003 unterrichtet Norman Frischmuth an Berliner Universitäten und Hochschulen mit Leidenschaft das Thema Projektmanagement. Seine praxisorientierte Vortragsweise gibt Anlass zum Weiterdenken und Raum für neue Fragen. Seit 2009 ist Norman Frischmuth Mitglied der Regionalleitung der GPM in Berlin.

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